Da kümmere ich mich den ganzen Tag (und die Nacht davor schon) um das kranke Kind, dem das Fieber einfach nicht vom Körper weichen will (Schlimmer geht übrigens immer: 40,5°C- ab wann wirds eigentlich gefährlich? Ausgebildete Ärzte anyone?) und stehe einfach unter Storm vor lauter Verzweiflung um das arme Würmchen…
Und nun? Nun schläft das Kindelein (hoffentlich) den Schlaf, der es ordentlich gesund macht und ich sitze auf der Couch und auf dem Fernsehbildschirm flimmert der übliche Mittwochabendsermon (sehr spannend im Übrigen). Ich habe mir ein Eis aus der Kühlung geholt und mir noch eine extra Schicht Schokokruste draufgedonnert und was beschleicht mich?
Richtig! Schlechtes Gewissen. Ein schlechtes Gewissen deswegen, weil ich mir eine kurze Auszeit von ca. drei Stunden gönne, mir Zucker in rauen Mengen in den Körper stopfe, anstatt die kurze Werbepause zu nutzen, um mal schnell nach meinem kranken Kind zu sehen. Muss ich wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Wo doch der Gatte mit dem Babyphone am Ohr (und dem Kinderzimmer im Rücken) im oberen Stockwerk werkelt? Muss ich mir einen schwarzen Peter aufmalen lassen deswegen, weil ich die Verantwortung für einen, wenn auch nur kurzen Moment, aber abgebe? Muss ich mir deshalb Vorwürfe machen, weil ich einfach eine Auszeit brauche?
Ein Entschiedenes: Nein, muss ich nicht! Denn genau diese kleinen Auszeiten geben mir die Kraft, den nächsten unvorhergesehenen Fieberschub durchzustehen und dabei meinem Kind zur Seite zu stehen, wenn es ihm schlecht geht und es mich braucht. Diese kleinen Auszeiten, die nur für mich sind, lassen mich zu mir zurückkehren und einen kleinen Schritt zurücktreten und die Situation von aussen betrachten- und vielleicht dadurch auch eine Lösung finden für ein eventuell vorhandenes Problem. Diese Auszeiten lassen uns Mütter wieder etwas Luft zum atmen in solchen Momenten, in denen wir vor lauter Sorge und Angespanntsein die Luft anhalten.
Deshalb geniesse ich jetzt noch den Rest von ER und erhebe mein Glas auf uns Mütter. Wir sind einfach tolle Frauen mit dem, was wir so alles meistern über den ganzen Tag (die meisten zumindest
). Ich finde, das musste einfach mal gesagt werden. Prost.



















































