Ich glaube, der liebe Gott mag nicht, dass ich Sport mache. Aber zruück zum Anfang.
Heute stand eigentlich Spielgruppentreff an. Diesmal auf dem Spielplatz zwei Ortschaften weiter. Quasi die Strecke, die ich unfreiwillig vor zwei Tagen schon gefahren bin. Praktisch, denke ich, die Strecke kenne ich, da fahr ich doch mitm Rad hin. Sehr ehrgeiziges Projekt, da ich ja um halb zwölf das große Kind vom Kindergarten abholen sollte. Aber das geht schon, denke ich.
Also ich die Kinder geschnappt, eben schnell beim Bäcker noch Brot bestellt, dann das große Kind im Kindergarten abgeliefert und ab auf den Weg nach Steinweiler über Rohrbach. In Rohrbach selbst ereignete sich dann der schröckliche Boykott, der mich kurz sämtliche Nerven kostete…
Im Dorf angekommen, war ich nicht mehr ganz sicher, wie ich weiterfahren muss, um zum Ziel gelangen und fragte eine Passantin, die auch gleich bereitwillig Auskunft gab. Allerdings eine etwas ungenaue, wie sich schlussendlich herausstellte. Also fuhr ich den gepriesenen Weg und kam irgendwann an eine Sackgasse. Mir war schon seltsam, dass der Weg immer zugewachsener und grasbewachsen war, aber seis drum. Die Passantin wirkte vertrauenserweckend. Tja, und dann stand ich da. In der Sackgasse. Vor einem hüfthoch bewachsenen Feld mit Gras. Toll!
Also wenden. Während ich absteige und das Fahrrad beherzt hochstemme, um es mitsamt Kind im Kindersitz um 180 Grad zu drehen, lässt es einen Schlag und ich habe… den Sattel ohne Unterbau (welcher noch am Fahrradrahmen hängt) in der Hand. Toll! Also erstmal fluchen überlegen, was ich mache. Versucht, das Ding irgendwie dran zu friemeln, aber das ging nicht. Noch dazu mit dem Adrenalin…
Zur Krönung erreichte mich in dem Moment eine SMS mit der Nachricht, dass das Spielgruppentreffen nun doch nicht auf dem Spielplatz stattfindet, sondern im üblichen Gruppenraum. Toll! Genau die andere Richtung! *pffft*!
Also das Fahrrad geschoben, den Sattel irgendwie festhaltend, bis ich die nächsten Passanten traf (die gerade ihren Schrebergarten betraten). Die Frau war sehr freundlich und erklärte mir den Weg zum real-Markt, der auch eine Tankstelle in unmittelbarer Nähe hat und so versuchte ich nochmal einen beherzten Versuch, den Sattel zu montieren und siehe da, den hinteren Teil konnte ich soweit festklemmen, dass er zumindest nicht hin und herwackelte und ich mich versehentlich daneben setzte. Also stramm weiter geradelt mit ruhigem Hintern und einem paputt-rufenden Paul hinter mir.
An der Tankstelle wurde mir sehr unbürokratisch und schnell mit einem Draht geholfen, indem der vordere Teil des Sattels an dem Gestell befestigt wurde. So konnte ich wenigstens wieder zurück fahren, ohne Schaden zu nehmen. Alles in allem hat mich diese Aktion eineinhalb Stunden gekostet, aber was solls. Wenigstens bleibt es so immer spannend und so weiß ich nicht, was morgen passieren wird mit diesem Schrottbock dem Fahrrad…